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Zeitmanagement

Gepostet von am Apr 17, 2018 in Allgemein | Keine Kommentare

Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

 

Was unterscheidet erfolgreiche Schüler von weniger erfolgreichen? Der Unterschied, der den Unterschied macht, liegt oftmals neben der inneren Haltung und Einstellung zum Lernen in einem effektiven Zeitmanagement. Erfolgreiche Schüler planen ihre Zeit wirksam.

 

Doch was heißt das jetzt genau?

Willst du deine Zeit sinnvoll planen, plane schriftlich. Termine, die wir schwarz auf weiß festgehalten haben, lassen sich nicht so leicht vergessen oder verdrängen. Außerdem hat es noch einen positiven Nebeneffekt, denn schriftlich fixierte Tages- oder Lernziele haben eine wesentlich höhere Zugkraft. Teste es einmal selbst, dass was wir aufschreiben, entfaltet eine ganz andere Kraft als ein bloßer Gedanke.

Dies belegte auch eine Langzeitstudie der amerikanischen Harvard University zum Werdegang ihrer Studienabgänger. 83% der Absolventen hatten sich keine konkreten Ziele für ihre Karriere gesetzt. Das durchschnittliche Einkommen dieser Gruppe wurde als Vergleichsgrundlage herangezogen. 14 % der Studienabgänger hatten zwar eine klare Zielsetzung, haben diese aber nicht schriftlich festgehalten. Sie verdienten zehn Jahre nach ihrem Abschluss im Schnitt das Dreifache wie die Absolventen der Vergleichsgruppe. 3% der Studienabgänger hatten nicht nur klare Ziele, sie hatten diese auch schriftlich fixiert und sie verdienten im Schnitt zehnmal so viel wie die Absolventen der Vergleichsgruppe.

 

Was können wir also daraus lernen?

Lege deine (Lern-)ziele schriftlich fest, dadurch werden sie verbindlicher und du entwickelst mehr innere Klarheit. Durch das schriftliche Formulieren wirst du deutlich, konkret, positiv und gehst bereits den ersten Schritt in Richtung zur Realisierung deines Ziels. Erste Überlegungen werden laut, wie kannst du es umsetzen, was musst du tun, was könnte wichtig dabei werden? Selbstredend macht es Sinn auch diese Überlegungen in einer Art Handlungsplan schriftlich festzuhalten. Darin kannst du dann auch Erfolge notieren, was gut gelaufen ist oder wo du gegebenenfalls noch nachsteuern musst, um wieder auf den Weg zu deinem Ziel zu kommen.
Ganz praktisch bedeutet dies, alle relevanten Schultermine in deinem Terminkalender einzutragen, außerdem gehören wichtige Freizeit- und Privattermine ebenso wie die Pausenzeiten in deine Übersicht. Dadurch behältst du immer den Überblick, kannst dich rechtzeitig auf Prüfungen, Referate oder Präsentationen vorbereiten und diese dann schrittweise bewältigen. Sinnvoll kann es dabei sein, zu notieren, an welchen Tagen du welche Lernportionen abarbeiten willst. Das hat den Effekt, dass du nicht in Lernstress gerätst und ein Lernberg erst gar nicht entstehen kann.

So ein Lernberg wächst meist heimlich still und leise auf gigantische Höhen an, so dass wir unsere Ziel dabei schnell aus den Augen verlieren können. Viele Lerner denken dann, das schaff ich doch sowieso nicht mehr und geben auf, andere geraten in Panik und werfen alle guten Zeitmanagementaspekte über Bord, um den Berg zu bezwingen und lernen nächtelang durch,  meist mit mäßigem Erfolg. Unser Gehirn hat kaum die Chance, die gelernten Inhalte auch sicher abzuspeichern, so dass wir sie später auch erfolgreich abrufen können. Unsere grauen Zellen brauchen einfach auch die Pausen, um effektiv arbeiten zu können.

Was also tun? Kennst du den Spruch: „Wie isst man einen Elefanten? – Stück für Stück. Genau dies gilt auch für überdimensionale Lernberge. Teile den Berg in Etappen auf, fixiere sie in deinem Lernplan und arbeite dich so Stück für Stück vorwärts. Freue dich über jeden Teilerfolg, denn hier gilt einmal mehr:  der Weg ist das Ziel.

Am besten lässt du aber einen Lernberg erst gar nicht entstehen. Verteile generell deinen Lernstoff in kleinere Einheiten, versuche für Klassenarbeiten nicht alles an einem Tag zu lernen. Unser Gehirn liebt nichts so sehr wie Wiederholung und Abwechslung. Daher ist es sinnvoll, sich kontinuierlich, an mehreren Tagen mit dem Lernstoff zu beschäftigen und am besten immer auf unterschiedliche Art und Weise. Variiere deine Lernformen, wechsele zwischen lesen, zeichnen, gestalten, rechnen, erstelle eine Mindmap, sprich deinen Text aufs Handy oder fertige Karteikarten an.

Kurzum für ein effektives Zeitmanagement plane mit System, realistisch, abwechslungsreich und beginne rechtzeitig. Eine gute Hilfe können dabei auch kleine Erinnerungs-Zeichen in deinem Hausaufgabenheft sein. Jedes Mal, wenn du eine Hausaufgabe schnell und leicht lösen konntest, sie gut verstanden hast, malst du dir an die entsprechende Stelle in deinem Hausaufgabenheft einen Smilie. Hattest du dagegen Schwierigkeiten, hast den Stoff noch nicht richtig verstanden, kommt ein roter Blitz an die Stelle. Später wenn du dich dann auf deine Arbeit vorbereitest, erkennst du schon beim Durchblättern deines Aufgabenheftes, welche Themen du dir dringend noch einmal näher anschauen solltest.

 

Wie wirst du jetzt zu einem erfolgreichen Manager deiner Zeit, wie sollte ein guter Lernplan gestaltet sein?

Zunächst einmal ist er realistisch, d.h. du kannst ihn aus eigener Kraft umsetzen und zwar durch konsequentes Arbeiten. So ein Lernplan ist durchaus mit etwas Zeitdruck versehen, so dass keine Zeit fürs Trödeln oder Aufschieben bleibt, denn gerade dann, wenn die Aufgaben in der eingeplanten Zeit schaffbar sind, wir uns aber dafür etwas anstrengen müssen, haben wir auch ein Erfolgserlebnis. Stecken wir unseren Zeitplan aber zu eng, dass er realistisch betrachtet, kaum zu schaffen ist, kann es schnell passieren, dass wir frustriert und demotiviert aufgeben. Ist der Lernplan dagegen zu weit gehalten und müssen wir nicht konsequent und kontinuierlich daran arbeiten, können wir uns schnell verzetteln und insgeheim wissen wir, dass es keine wirkliche Herausforderung war und können uns so auch nicht richtig über unsere Erfolge freuen. Also du darfst dich ruhig ein bisschen (heraus-)fordern!

Einen Motivationsschub gibt es vielen Lernen, wenn sie die abzuarbeitenden Aufgaben in eine kleine Challenge „verpacken“: Den Übungstest schaffe ich in 30 Minuten, die Matheaufgaben erledige ich in 20 Minuten und das Kapitel lese ich in 15 Minuten durch. Fordere dich dabei selbst heraus, trete in einen Wettkampf mit dir selbst, wirst du es schaffen, die vorgegebene Zeit einzuhalten oder bist du vielleicht sogar noch viel, viel schneller? Dies hilft dir künftig auch, dich besser realistisch einzuschätzen, so dass du dich nicht über- aber auch nicht unterforderst.

 

Oftmals warten viele Lerner gerade bei verhassten Aufgaben, auf den richtigen Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Warte nicht darauf, bei leidigen Pflichtaufgaben, gibt es meist nicht den richtigen Zeitpunkt, eine euphorische Grundhaltung stellt sich nur selten ein, es gilt hier, diese Lernpflichten abzuarbeiten wie andere Termine auch.

 

Plane für deine Lernzeit nicht mehr als 90 Minuten am Stück ein, nach ca. 45 – 60 Minuten sollte dann zwingend eine kurze Pause von 5 – 10 Minuten erfolgen. Es gilt die Faustregel „Alter mal 2  ist gleich die Zeit der Konzentrationsfähigkeit“, wobei gesagt nach 60 Minuten für alle Altersgruppen eine kurze Pause folgen sollte. Nach dem zweiten Lernblock ist dann eine längere Pause von 30 Minuten Pflicht, erst dann solltest du dich wieder an den Schreibtisch setzen.

Verplane generell nur 60 Prozent deiner verfügbaren Zeit, die restlichen 40% dienen als Reserve für Unvorhergesehenes, für spontane Unternehmungen und für Pausen. Ja, plane ganz bewusst deine Lernpausen und fixiere sie in deinem Terminplan.

Und ganz wichtig: plane Zeit zum Wiederholen ein, vielleicht markierst du es dir sogar farbig in deinem Kalender als kleine Erinnerungshilfe. Sehr gut eignet sich dafür die Technik des Postvokalisierens – täglich 10 Minuten einem anderen Menschen erzählen, was du gelernt, gelesen, verstanden hast, worum es gerade im Unterricht geht oder Thema in der nächsten Prüfung sein wird und du wirst überrascht sein, wie gut du dich später an das Gelernte erinnern kannst. Das Besondere an dieser Lerntechnik ist, dass du sehr schnell selbst merkst, welche Inhalte du noch nicht ganz verstanden hast und dir noch einmal anschauen solltest.       

Im Folgenden findest du ein Beispiel wie ein Tagesplan aussehen könnte, probiere es doch einmal aus, möglicherweise stellst du dann fest, dass du so viel effektiver, effizienter und produktiver lernen kannst und letztlich wieder mehr Zeit für dich gewinnst.

 

Tagesplan vom …………………

 

Zeit Fach Inhalt geplante Lernzeit Arbeitsform Anmerkungen Schwerpunkte
15-16 Deut. Gedicht lernen 20 min Geschichte zeichnen, Gedicht aufs Handy sprechen gut gelaufen, hat Spaß gemacht die ersten 5 Strophen sitzen schon perfekt, es passt noch nicht in der letzten Strophe, wenn ich die Sachen aufzeichne, klappt es wesentlich besser

 

Gedicht der Erlkönig von Goethe, Kind stirbt
16-17 Ma. Übungsaufgabe 30 min Rechnen, Formeln auf Karteikarten schreiben Schwierigkeit bei dem Lösungsweg Die binomische Formel lautet, Zeichnung

Tagesplan adaptiert nach: Eberhardt Hofmann, Monika Löhle

„Erfolgreich lernen, Effiziente Lern- und Arbeitsstrategien für Schule, Studium und Beruf, Hogrefe Verlag, Göttingen 2012

 

Unter Anmerkungen notierst du die Besonderheiten des Tages, was ist dir gut gelungen und warum, so entdeckst du immer mehr selbst, wie und wann du am besten arbeiten kannst. Du kannst ebenso mit den Dingen verfahren, die noch verbessert werden können. Unter Schwerpunkte notierst du stichwortartig von jedem Lerngegenstand die wichtigsten Bestandteile, all das, was dir am Ende des Lerntages sofort einfällt, so wird das Gelernte noch einmal im Gedächtnis verankert und besser im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Hierfür eignet sich auch sehr gut die ABC-Liste.

Und noch ein Tipp – wenn möglich, solltest du deine Hausaufgaben am selben Tag erledigen, da ist der Stoff aus dem Unterricht noch präsent im Kurzzeitgedächtnis und du kannst ihn am Nachmittag ideal festigen.

Und wenn du mal gar keine Hausaufgaben aufhast? Natürlich kannst du dann auch mal etwas weniger tun, aber halte dich erst einmal an deine täglichen Lernzeiten, wiederhole beispielsweise den Stoff aus dem Unterricht, bereite dich auf die Fächer des nächsten Tages vor. Warum? Immer, wenn wir etwas wiederholen verstärken wir die plastische Verbindung zwischen den aktiven Nervenzellen. Das Gehirn entwickelt sich nach Gewohnheiten, die Verhaltensvorgänge laufen dann erst automatisch und später ganz unbewusst ab. Dies gilt für positive Lerngewohnheiten ebenso wie für alte hinderliche Verhaltensmuster. Und es ist verdammt schwierig unbewusste Vorgänge, wie zum Beispiel dem Lernen durch stundenlanges Internetsurfen aus dem Weg zu gehen, loszuwerden. Wenn du dir also so eine unbewusste Lern-Vermeidungs-strategie abgewöhnen willst, funktioniert es am Einfachsten sich eine neue Verhaltensstrategie anzugewöhnen. Und dafür musst du es eine Zeit lang regelmäßig und kontinuierlich tun, damit dieses neue Verhalten zu einer neuen Gewohnheit werden kann, so dass du später gar nicht mehr darüber nachdenkst, sondern es einfach tust.

Willst du also alte hinderliche Lerngewohnheiten verändern, solltest du kontinuierlich dranbleiben. Es hat viel mit Disziplin zu tun, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat das Gleiche zu tun! Meist ist es ja nicht schwer herauszufinden, was man anders und besser machen könnte, schwierig wird es dann, es kontinuierlich zu tun, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Setzte dir dabei kleine Etappenziele, vielleicht setzt du auch kleinere Belohnungen fest, wenn du beispielsweise dein Wochenziel erreicht hast, halte dir dein Ziel vor Augen, wie es sein wird, wenn du effektiv und erfolgreich lernst und so mehr Zeit für dich gewinnst und feiere jeden kleinen Erfolg. Du kannst dir auch Unterstützer suchen, die dich mit einem vereinbarten Zeichen daran erinnern, zu beginnen oder dich zu bestimmten Zeiten abfragen, vielleicht helfen dir auch kleine „reminder“ in Form von Sprüchen, Bildern, Fotos, die dich an dein Ziel erinnern. Und wenn es mal nicht klappt, hadere nicht mit dir selbst, sondern betrachte dies als Rückmeldung: was war anders als sonst, woran könnte es gelegen haben, was kannst du besser machen, was tust du an den Tagen, wenn es richtig rund läuft? So wirst du zum Beobachter deines eigenen Lernprozesses und analysierst die guten Verhaltensweisen ebenso wie die Stolpersteine und kannst gegensteuern.

Online Kongress – Begabungskongress

Gepostet von am Jul 12, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Online Kongress

Das Lernen lernen

 

Dieses Interview wurde geführt für den Online-Kongress „Hochbegabte Kinder entspannt und schlau begleiten“.

Das ganze Interview gibt es auf www.begabungleben.de

Das Geheimnis des selbstorganisierten Lernens

Gepostet von am Jun 21, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Das Geheimnis des selbstorganisierten Lernens

Kennst du das auch? Dein Sprössling hat ein Gedächtnis wie ein Sieb. Mal vergisst er das Pausenbrot, dann wieder den Turnbeutel und immer wieder gerne auch die Hausaufgaben. Das sorgt für nervige Diskussionen. Du würdest deine Zeit mit deinem Kind viel lieber anders verbringen, ohne die ständigen Ermahnungen, Erinnerungen und Standpauken. Doch du fühlst dich verantwortlich, denn, wenn du deinen Nachwuchs nicht an alles erinnerst, funktioniert ja sowieso gar nichts mehr. Wäre es da nicht schön, wenn dein Kind das Lernen selbst in die Hand nehmen würde?

 

Das Lernen lernen

Selbstorganisiert, selbstreguliert oder selbstbestimmt lernen – das Kind hat viele Namen. Letztlich meint es immer dasselbe: Nämlich den Lernalltag eigenverantwortlich, selbstreflexiv und selbstgesteuert zu meistern. Dieses Lernen ist eine komplexe und facettenreiche Tätigkeit. Nach Weinert ist es eine Lernform, bei der der Handelnde entscheidet, ob, was, wann, wie und woraufhin er lernt.“[1]

Doch, was muss eigentlich alles geschehen, damit selbstgesteuert gelernt werden kann? Und, was ist selbstgesteuert beim selbstgesteuerten Lernen?

Allgemein meint der Begriff des selbstbestimmten Lernens, dass lernende Kinder oder Erwachsene über die Ziele und Inhalte, über die Formen und Wege, Ergebnisse und Zeiten sowie die Orte ihres Lernens komplett selbst entscheiden. Hier liegt auch der Unterschied zum selbstorganisierten Lernen. Hier werden Inhalte und Ziele zum Beispiel vom Lehrer vorgegeben. Der Lernende entscheidet jedoch darüber, wie er sein Lernen organisiert. Was will ich erreichen? Worauf arbeite ich hin? Was will ich lernen und wann, wo und wie lange? Der Lernende muss sich stetig selbst motivieren und die geeigneten Lernstrategien und Lerntaktiken auswählen können. Doch damit ist es noch nicht getan. Er muss während des Lernens Lernhindernisse und Schwierigkeiten überwinden und mit Ablenkungen umgehen können. Abschließend ist es erforderlich, dass er realistisch überprüft, ob er sein Ziel erreicht hat und aus seinem Lernen lernt, nämlich genau das, was er künftig besser machen kann.

 

Strategisch lernen oder für alles gibt es eine Strategie

Oft scheitern alle gut gemeinten Versuche gerade daran, dass der Lernende die falschen oder gar keine Strategien verwendet. Motivationale Strategien sind dabei ebenso entscheidend wie kognitive, metakognitive und selbstregulative Strategien. In einem Lerncoaching wird daher auch ganz gezielt auf ressourcenbezogene Strategien wie Zeitmanagement, Arbeitsplatzgestaltung, Prüfungsplanung usw. eingegangen

Bewusst eingesetzte Lernstrategien setzen ein Minimum an Metakognition voraus. Metakognition ist die Fähigkeit, über das eigene Denken zu reflektieren. Der Lernende beobachtet sich also selbst bei der Arbeit und versucht die daran beteiligten Lern- und Denkprozesse effektiv zu organisieren.[2]

Neben der richtigen Motivation geht es auch um das Durchhalten. Volitionale Strategien sind dafür verantwortlich, dass nicht mitten im Lernprozess aufgeben, sondern das Ziel bis zum Ende verfolgt wird. Es sind Strategien, die uns darin unterstützen, einmal gefasste Absichten und Lernziele beizubehalten und gegen Ablenkungen aller Art zu schützen.[3] Der Wille zu lernen ist dabei eng mit den Selbstwirksamkeitserwartungen und dem Selbstkonzept des Lernenden verknüpft. Glaubt er von Anfang an nicht daran, die Aufgabe meistern zu können, verliert er unterwegs schneller den Mut oder fängt gar nicht erst an.

 

So wird dein Kind zum Lernstrategen

Die eigenen Stärken sind oftmals ungenutzte Ressourcen, die uns das Lern-Leben so viel leichter machen könnten. Oft schauen Menschen auf das, was sie nicht haben und können und bemerken nicht das, was sie können, wissen und was sie sind. Die eigenen Stärken zu entdecken, Dinge, die leicht fallen, anzunehmen und für unseren Lernprozess gewinnbringend zu nutzen und effektiv einzusetzen sind ein großer Vorteil eines Lerncoachings. Es setzt immer bei den Stärken der Lernenden an, aktiviert Ressourcen und schafft so ganz neue Lern-Impulse.

 

Ziele sind wichtig, wichtiger als man denkt. Allerdings kommt es hier ganz entscheidend auf die Formulierung an. “Ich lerne gleich für die Prüfung!“ klingt wenig verlockend, mit wenig Aussicht auf Erfolg. Ein Ziel sollte, wie es so schön heißt, wohlgeformt sein und einige Kriterien erfüllen.  

Es sollte „smart“ sein. smart steht für sinnesspezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Zugegeben bei Hausaufgaben, Vokabeln lernen oder anderen leidigen Lernpflichten fällt eine smarte Zielformulierung vielleicht nicht ganz so leicht, aber hier darf dein Kind kreativ sein. Wie wäre es in diesem Zusammenhang mit einer kleinen Challenge: „Ich mache ganz entspannt meine Hausaufgaben. Ich beginne nach einer Pause um 16 Uhr und schaffe es in 30 Minuten, danach kann ich dann Fußball spielen.

Klingt doch gleich ganz anders! Außerdem wurde gleichzeitig ein Anreiz eingebaut. Und Bewegung vor, während und nach dem Lernen ist lernpsychologisch betrachtet sehr effektiv, dann Bewegung die Informationsaufnahme,- verarbeitung und speicherung unterstützt.

Abschließend gilt es dann die Zielformulierung zu überprüfen. Wurde in unserem Fall mehr oder weniger als 30 Minuten für die Hausaufgaben aufgewendet? Oder gab es eine Punktlandung? Dabei können Schüler viel über ihre Selbsteinschätzung lernen und wie sie ihr eigenes Lernen beurteilen. So mancher wird erstaunt sein, dass er viel schneller zum Ziel kam oder sich doch komplett überschätzt hat. Kein Problem, hier geht es nicht darum, Höchstleistungen zu erbringen oder immer richtig zu liegen. Vielmehr soll der Schüler lernen, sich selbst realistisch einzuschätzen. Sinnvoll ist es dabei, eine Art Lerntagebuch zu führen. Was hat gut geklappt und lief wie von selbst, wobei gab es Probleme und wo musste nachgearbeitet werden? Fehlen vielleicht nur die richtigen Lern-Techniken? Beispielsweise, wie man am Besten zusätzliche Lern-Informationen findet und verwertet, wie man zielgerichtet Vokabeln lernt oder sich Wissen einfach besser merken kann? Für all diese Fälle gibt es gezielte Lern- und Gedächtnisstrategien, die in einem Lerncoaching oder Lern-Workshop kinderleicht erlernt und dann selbst angewendet werden können. Und auch der stets vergessene Turnbeutel, das liegen gebliebene Pausenbrot oder die sträflich vernachlässigten Wiederholungsaufgaben, können dann  ad-acta gelegt werden.

 

Lernen können und wollen

Entscheidend neben allen Techniken und Strategien ist aber auch die innere Haltung. Der Lernende muss bereit sein, für sein Lernen selbst Verantwortung zu übernehmen. Wie soll das gehen, in der 1.Klasse, magst du  jetzt vielleicht erwidern. Bei jüngeren Schülern ist noch ein wenig mehr Unterstützung notwendig und wichtig, jedoch nur so wenig wie möglich und so viel wie nötig, denn früh übt sich, wer es können will, lerngerechte Gewohnheiten installieren will. Wer schon in der 1. Klasse gelernt hat, für seine Materialien, Hausaufgaben und Lernprozess selbst verantwortlich zu sein, sein Lernen selbst zu beobachten und stetig eigenverantwortlich zu verbessern, hat mit dem selbstgesteuerten Lernen später keine Probleme.

Also zusammengefasst: Willst du selbstorganisiert und selbstgesteuert lernen, überprüfe deine innere Haltung, setzte dir smarte Ziele, überprüfe sie am Ende und lerne daraus.

 

[1] Weinert, F.E.(1982): Selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung, Methode und Ziel des Unterrichts. In: Unterrichtswissenschaft, 10 (2), S.99-110

[2] Seel, N. M.(2003): Psychologie des Lernens. Lehrbuch für Pädagogen und Psychologen. München/ Basel: Ernst Reinhardt,  S.221

[3] Friedrich, H.F.(1999) S.7

 

Literaturangaben:

Artelt, C.(2000): Strategisches Lernen. In.: Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie Bd.18, Münster: Waxmann

Seel, N. M.(2003): Psychologie des Lernens. Lehrbuch für Pädagogen und Psychologen. München/ Basel: Ernst Reinhardt, 

Weinert, F.E.(1982): Selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung, Methode und Ziel des Unterrichts. In: Unterrichtswissenschaft, 10 

Friedrich, H. F.(1999): Selbstgesteuertes Lernen – sechs Fragen, sechs Antworten., Tübingen,

 

Morgen beginnen die MSA-Prüfungen

Gepostet von am Mai 6, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

all meinen Schülern wünsche ich für die Prüfungen

 

toi,toi,toi                  

 

und viel Erfolg!!!

 Ihr schafft es!!!

Die Wahrheit über das Black-out in Prüfungen

Gepostet von am Mai 5, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

„Ich hatte ein totales Black-out, vorher wusste ich noch alles und in der Prüfung war es wie weggeblasen, absolut gähnende Leere.“ Wer hat es nicht selber schon einmal erlebt, dieses Gefühl das gelernte Wissen, einfach nicht mehr abrufen zu können. Man schiebt es auf die Aufregung, das Lampenfieber, den Prüfungsstress. Und mit letzterem liegt man auch gar nicht so falsch.

 

Stress lähmt unseren Verstand

Bei Stress werden neben Adrenalin auch Noradrenalin und Kortisol in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen sich, Muskeln spannen an und die Atmung beschleunigt sich. Die Wurzeln finden wir wie so oft in der Evolution, das Überleben galt es zu sichern, dabei war es wichtig Gefahren und Risiken blitzschnell zu erkennen und darauf zu reagieren. Was unseren Vorfahren jedoch das Überleben sicherte, ist heute oftmals keine adäquate Reaktion mehr und es kann unser Gedächtnis blockieren. Zuständig für den Abbau des Kortisols ist nämlich der Hippocampus. Doch in diesem Gehirnareal werden auch unsere Erinnerungen verwaltet. Ob etwas vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis abgespeichert wird und ob wir Zugriff darauf haben entscheidet sich hier. Problematisch wird es in unserem Fall dann, wenn zu viel Kortisol abgebaut werden muss. Dies hat dann Vorrang und gespeichertes Wissen kann nicht mehr sicher abgerufen werden. Die Neurobiologie eines Black-outs ist also ganz simpel erklärt: durch das Runterregeln der Kortisol-Ausschüttung sind keine Kapazitäten mehr für die Gedächtnisfunktion vorhanden.

Doch dagegen kann man etwas tun.

Wie du in Prüfungen einen klaren Kopf behältst

Aus dem Lerncoaching kennen wir zahlreiche Notfall-Interventionen, die blitzschnell für Entspannung sorgen und den Blick wieder weiten. Entspannen, annehmen dessen, was ist und sich neu fokussieren hilft nicht nur beim Kortisolabbau, sondern löst auch die Erinnerungsblockade. Versuche es in stressigen Situationen doch zum Beispiel einmal mit der Luftballon-Atmung. Stelle dir vor, du würdest einen Ballon aufblasen, hole tief Luft und mit jedem Atemzug gibst du deine negativen Gefühle, deine Unsicherheit, deinen Stress mit in den Ballon hinein. Du wirst dich mit jedem Atemzug deutlich ruhiger und entspannter fühlen und zum Schluss lässt du den Ballon in deiner Vorstellung davon fliegen, bis er nur noch ein kleiner Punkt am Himmel ist – so wie auch all deine negativen Gefühle. Die Luftballonatmung ist eine kurze visuelle Entspannungsübung mit großer Wirkung. Und es ist nur eine Möglichkeit, das Repertoire der Notfallinterventionen, um blitzschnell aus einem Black-out herauszukommen, ist groß. Und für alle Skeptiker: unserem Gehirn ist es egal, ob wir etwas wirklich erleben oder es uns nur bildlich vorstellen, es macht hier keinen Unterschied, die Wirkung ist dieselbe.

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Übrigens eine sehr kraftvolle sekundenschnelle SOS-Maßnahme ist es ganz einfach den Blick ganz bewusst nach oben/links zu richten, das hebt nachweislich sofort die Stimmung. Vera F. Birkenbihl empfiehlt bei ganz schweren „Verstimmungen“ mindestens eine Minute lang heftig zu grinsen – am Besten du betrachtest dich dabei im Spiegel- die Muskeln, die wir dabei anspannen, senden unserem Gehirn „gute Laune“ und es reagiert mit der Ausschüttung von Botenstoffen,  was uns wiederum in einen besseren Zustand bringt und Denkblockaden löst.

Probiere es einfach mal aus!

 

Vorbereitung ist alles

Doch natürlich können wir in Sachen Prüfungskompetenz bereits im Vorfeld jede Menge tun, so dass ein Black-out erst gar nicht entsteht.

Es beginnt mit einem individuellen Lern- und Prüfungscheck. Aus dem Lerncoaching kennen wir den ausführlichen Prüfungscheck, der den Lernenden in die Lage versetzt, sich strukturiert und organisiert auf seine Prüfung vorzubereiten. Dazu zählen neben einer Stärken- und individuellen Biorhythmusbestimmung auch ein ausführlicher Lernplan sowie Aspekte der Lernorganisation und des professionellen Zeitmanagements. Welcher Lerntyp bin ich, zu welchen Zeiten ist meine Konzentrationsfähigkeit am höchsten, wann kann ich gut und entspannt lernen? Du ahnst es schon, ein optimiertes Zeitmanagement ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Prüfungsvorbereitung. Der Lernstoff wird in kleinere Abschnitte zerlegt und in einen Monats- Wochen- Tagesplan aufgeteilt, so wird der auf den ersten Blick einschüchternde Lernberg verkleinert und das zu Leistende überschaubar. Das wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Motivation aus.

Außerdem kennen wir im Lerncoaching Übungen und Techniken zu Förderung von Ruhe und Konzentration, die ebenfalls bereits im Vorfeld trainiert werden können und dann nur noch abgerufen werden müssen.

 

Bei den Stärken ansetzen

„Build what`s strong“ – diese zentrale Erkenntnis der positiven Psychologie hat auch in Sachen Lernen und Prüfungsvorbereitung Bestand. Deine Stärken sind Ressourcen, auf die du zurückgreifen kannst und die dir ein sicheres Gefühl geben. In einem Lerncoaching erarbeiten wir intensiv deine besonderen Stärken und wie du sie gewinnbringend bei deinem Lernen einsetzen kannst, wie du sie aktivieren und damit sogar Lösungen für Lernschwierigkeiten finden kannst. Aber du kannst auch selbst schon jede Menge tun. Gehe doch einmal in Gedanken zurück, wann gab es eine Prüfung, Arbeit oder Situationen, in der es dir leicht fiel, du erfolgreich warst, die du sicher und souverän gemeistert hast? Wie hat es sich angefühlt, was hast du hier anders gemacht? Was sind deine Stärken und wie könnten sie dir in Prüfungssituationen helfen?

 

 

Ein Talismann bringt´s

Der Sinn von Glücksbringern lässt sich neurobiologisch erklären. Wenn wir einen Talisman bei uns haben, der uns stetig unbewusst an frühere Erfolge erinnert, stärken wir damit unser Zutrauen und aktivieren unsere Ressourcen. Und wir können noch weitergehen und einen Gegenstand mit einem erwünschten emotionalen Zustand verknüpfen. Im NLP nennt man dies ankern. Ein Symbol wie ein Stein, Ring oder Armband wird beispielsweise mit einer Ressource wie Mut, Selbstvertrauen oder Sicherheit verbunden. Immer dann, wenn wir diesen „Anker“ nun aktivieren, wird auch der erwünschte emotionale Zustand ausgelöst. Und nicht nur Gegenstände können wir ankern, auch Gerüche. Wenn wir uns zum Beispiel bei einem bestimmten Duft besonders gut konzentrieren können, den meisten Menschen gelingt dies übrigens bei einer Mischung aus Zitrone und Orange, und ihn regelmäßig beim Lernen benutzen können wir uns diesen Duft in ein Taschentuch sprühen und kurz vor der Prüfung einen tiefen Atemzug nehmen. Dies versetzt uns dann automatisch in die konzentrierte Arbeitsatmosphäre, optimal für die bevorstehende Prüfung.

in der Lerninsel- Berlin

Online Kongress 09.05.2017

Gepostet von am Mai 5, 2017 in Allgemein | Keine Kommentare

Am Sonnabend geht es los – der online-Kongress „Hochbegabte Kinder entspannt und schlau begleiten“ feiert seine Premiere. Mir hat die Teilnahme sehr viel Spaß bereitet, auch wenn ich zugeben muss, dass es ungewohnt war, die Seiten zu wechseln. Als Radiojournalistin war ich es bislang gewohnt die Fragen zu stellen, dieses Mal durfte ich antworten – ungewohnt, aber eine sehr schöne Erfahrung, wenn ich über etwas erzählen darf, für das mein Herz schlägt und ich mich begeistern kann.

Am 9.5.2017 wird das Interview ausgestrahlt, wer schon einmal hineinschnuppern möchte, kann dies unter folgendem Link – viel Spaß dabei.

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