Die Wahrheit über das Black-out in Prüfungen

„Ich hatte ein totales Black-out, vorher wusste ich noch alles und in der Prüfung war es wie weggeblasen, absolut gähnende Leere.“ Wer hat es nicht selber schon einmal erlebt, dieses Gefühl das gelernte Wissen, einfach nicht mehr abrufen zu können. Man schiebt es auf die Aufregung, das Lampenfieber, den Prüfungsstress. Und mit letzterem liegt man auch gar nicht so falsch.

 

Stress lähmt unseren Verstand

Bei Stress werden neben Adrenalin auch Noradrenalin und Kortisol in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen sich, Muskeln spannen an und die Atmung beschleunigt sich. Die Wurzeln finden wir wie so oft in der Evolution, das Überleben galt es zu sichern, dabei war es wichtig Gefahren und Risiken blitzschnell zu erkennen und darauf zu reagieren. Was unseren Vorfahren jedoch das Überleben sicherte, ist heute oftmals keine adäquate Reaktion mehr und es kann unser Gedächtnis blockieren. Zuständig für den Abbau des Kortisols ist nämlich der Hippocampus. Doch in diesem Gehirnareal werden auch unsere Erinnerungen verwaltet. Ob etwas vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis abgespeichert wird und ob wir Zugriff darauf haben entscheidet sich hier. Problematisch wird es in unserem Fall dann, wenn zu viel Kortisol abgebaut werden muss. Dies hat dann Vorrang und gespeichertes Wissen kann nicht mehr sicher abgerufen werden. Die Neurobiologie eines Black-outs ist also ganz simpel erklärt: durch das Runterregeln der Kortisol-Ausschüttung sind keine Kapazitäten mehr für die Gedächtnisfunktion vorhanden.

Doch dagegen kann man etwas tun.

Wie du in Prüfungen einen klaren Kopf behältst

Aus dem Lerncoaching kennen wir zahlreiche Notfall-Interventionen, die blitzschnell für Entspannung sorgen und den Blick wieder weiten. Entspannen, annehmen dessen, was ist und sich neu fokussieren hilft nicht nur beim Kortisolabbau, sondern löst auch die Erinnerungsblockade. Versuche es in stressigen Situationen doch zum Beispiel einmal mit der Luftballon-Atmung. Stelle dir vor, du würdest einen Ballon aufblasen, hole tief Luft und mit jedem Atemzug gibst du deine negativen Gefühle, deine Unsicherheit, deinen Stress mit in den Ballon hinein. Du wirst dich mit jedem Atemzug deutlich ruhiger und entspannter fühlen und zum Schluss lässt du den Ballon in deiner Vorstellung davon fliegen, bis er nur noch ein kleiner Punkt am Himmel ist – so wie auch all deine negativen Gefühle. Die Luftballonatmung ist eine kurze visuelle Entspannungsübung mit großer Wirkung. Und es ist nur eine Möglichkeit, das Repertoire der Notfallinterventionen, um blitzschnell aus einem Black-out herauszukommen, ist groß. Und für alle Skeptiker: unserem Gehirn ist es egal, ob wir etwas wirklich erleben oder es uns nur bildlich vorstellen, es macht hier keinen Unterschied, die Wirkung ist dieselbe.

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Übrigens eine sehr kraftvolle sekundenschnelle SOS-Maßnahme ist es ganz einfach den Blick ganz bewusst nach oben/links zu richten, das hebt nachweislich sofort die Stimmung. Vera F. Birkenbihl empfiehlt bei ganz schweren „Verstimmungen“ mindestens eine Minute lang heftig zu grinsen – am Besten du betrachtest dich dabei im Spiegel- die Muskeln, die wir dabei anspannen, senden unserem Gehirn „gute Laune“ und es reagiert mit der Ausschüttung von Botenstoffen,  was uns wiederum in einen besseren Zustand bringt und Denkblockaden löst.

Probiere es einfach mal aus!

 

Vorbereitung ist alles

Doch natürlich können wir in Sachen Prüfungskompetenz bereits im Vorfeld jede Menge tun, so dass ein Black-out erst gar nicht entsteht.

Es beginnt mit einem individuellen Lern- und Prüfungscheck. Aus dem Lerncoaching kennen wir den ausführlichen Prüfungscheck, der den Lernenden in die Lage versetzt, sich strukturiert und organisiert auf seine Prüfung vorzubereiten. Dazu zählen neben einer Stärken- und individuellen Biorhythmusbestimmung auch ein ausführlicher Lernplan sowie Aspekte der Lernorganisation und des professionellen Zeitmanagements. Welcher Lerntyp bin ich, zu welchen Zeiten ist meine Konzentrationsfähigkeit am höchsten, wann kann ich gut und entspannt lernen? Du ahnst es schon, ein optimiertes Zeitmanagement ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Prüfungsvorbereitung. Der Lernstoff wird in kleinere Abschnitte zerlegt und in einen Monats- Wochen- Tagesplan aufgeteilt, so wird der auf den ersten Blick einschüchternde Lernberg verkleinert und das zu Leistende überschaubar. Das wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Motivation aus.

Außerdem kennen wir im Lerncoaching Übungen und Techniken zu Förderung von Ruhe und Konzentration, die ebenfalls bereits im Vorfeld trainiert werden können und dann nur noch abgerufen werden müssen.

 

Bei den Stärken ansetzen

„Build what`s strong“ – diese zentrale Erkenntnis der positiven Psychologie hat auch in Sachen Lernen und Prüfungsvorbereitung Bestand. Deine Stärken sind Ressourcen, auf die du zurückgreifen kannst und die dir ein sicheres Gefühl geben. In einem Lerncoaching erarbeiten wir intensiv deine besonderen Stärken und wie du sie gewinnbringend bei deinem Lernen einsetzen kannst, wie du sie aktivieren und damit sogar Lösungen für Lernschwierigkeiten finden kannst. Aber du kannst auch selbst schon jede Menge tun. Gehe doch einmal in Gedanken zurück, wann gab es eine Prüfung, Arbeit oder Situationen, in der es dir leicht fiel, du erfolgreich warst, die du sicher und souverän gemeistert hast? Wie hat es sich angefühlt, was hast du hier anders gemacht? Was sind deine Stärken und wie könnten sie dir in Prüfungssituationen helfen?

 

 

Ein Talismann bringt´s

Der Sinn von Glücksbringern lässt sich neurobiologisch erklären. Wenn wir einen Talisman bei uns haben, der uns stetig unbewusst an frühere Erfolge erinnert, stärken wir damit unser Zutrauen und aktivieren unsere Ressourcen. Und wir können noch weitergehen und einen Gegenstand mit einem erwünschten emotionalen Zustand verknüpfen. Im NLP nennt man dies ankern. Ein Symbol wie ein Stein, Ring oder Armband wird beispielsweise mit einer Ressource wie Mut, Selbstvertrauen oder Sicherheit verbunden. Immer dann, wenn wir diesen „Anker“ nun aktivieren, wird auch der erwünschte emotionale Zustand ausgelöst. Und nicht nur Gegenstände können wir ankern, auch Gerüche. Wenn wir uns zum Beispiel bei einem bestimmten Duft besonders gut konzentrieren können, den meisten Menschen gelingt dies übrigens bei einer Mischung aus Zitrone und Orange, und ihn regelmäßig beim Lernen benutzen können wir uns diesen Duft in ein Taschentuch sprühen und kurz vor der Prüfung einen tiefen Atemzug nehmen. Dies versetzt uns dann automatisch in die konzentrierte Arbeitsatmosphäre, optimal für die bevorstehende Prüfung.

in der Lerninsel- Berlin